Ein einzelnes Ferkel (Hybridrasse auf einem Biobauernhof) rennt durch den Außenstall. Auf dem Betonboden liegt etwas Stroh. Vorne links scheint die Sonne auf den Boden. Foto: Daniela Marx. Gans und Gloria.

Ferkelkastration.

Lesen:

MuD - Wissenstransfer in der Schweinehaltung.

Schulungsunterlagen und Mehraufwand für die Landwirte.

Praxisanwendungen der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzbehandlung.

Zitat:

"Projektzeitraum (verlängerte Laufzeit): 1.7.2018-31.5.2020

 

Hintergrund

 

Durch die Produktion von Pheromonen kann es im Fleisch von Ebern zu geruchs- und geschmacklich wahrnehmbaren Abweichungen kommen. Da dies von deutschen Verbraucher abgelehnt wird, wurden bisher zur Qualitätssicherung männliche Ferkel kastriert. Dies war bisher laut Tierschutzgesetz § 21 Absatz 1 Satz 1 bis zum einschließlich siebten Lebenstag ohne Betäubung erlaubt. Jedoch ist das ausgeprägte Schmerzempfinden neugeborener Tiere erwiesen, weshalb die betäubungslose Ferkelkastration sehr umstritten ist.

 

Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes vom 4. Juli 2013 wurde die Kastration von unter acht Tage alten Ferkeln neu geregelt und die betäubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 verboten. Ab diesem Zeitpunkt musste bei der chirurgischen Ferkelkastration eine wirksame Schmerzausschaltung sichergestellt werden. Am 14. Dezember 2018 bewilligte der Bundesrat allerdings den am 29. November getroffenen Bundestagsbeschluss zur Fristverlängerung um ein Jahr bis zum 31.12.2020. Dem Landwirt bieten sich daher nun drei Wege der chirurgischen Kastration unter Betäubung:

  • Chirurgische Kastration unter Inhalationsnarkose (Isofluran)
  • Chirurgische Kastration unter Injektionsnarkose (Ketamin/Azaperon)
  • Immunokastration (FLI-Stellungnahme Immunokastration)
  • (Jung-) Ebermast

 

Die Alternativen der chirurgischen Ferkelkastration unter Narkose werden im Rahmen der MuD Tierschutz in zwei Verbundprojekten evaluiert.

 

Ziel der Förderung ist es, praktische Erfahrungen mit der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzbehandlung in ferkelerzeugenden Betrieben zu generieren und deren Anwendung unter Praxisbedingungen zu evaluieren. Dabei sollen der Tierschutz, die Wirtschaftlichkeit sowie die Arbeitssicherheit berücksichtigt, optimiert und praxisgerechte Handlungsanweisungen für die Planung und Durchführung formuliert werden.

  • Im Verbundprojekt „Praxiserprobung der chirurgischen Kastration von Ferkeln unter Betäubung mittels Procain, Isofluran und Ketamin/Azaperon sowie postoperativer Schmerzausschaltung (PraxiKaPIK/A)“ bestehend aus den Projektpartnern Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein Westfalen, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie dem Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut, werden auf sechs konventionell wirtschaftenden Betrieben drei Methoden der chirurgischen Ferkelkastration (chirurgische Kastration unter a) Inhalationsnarkose [Isofluran], b) Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon] und c) lokaler Anästhesie [Procain]) bewertet. Außerdem werden Schulungskonzepte und -materialien für Landwirte erstellt, mit deren Hilfe sie das richtige Handling und den Umgang mit Ferkeln und Narkosegas bei der Kastration unter Isofluran erlernen können. Hierfür wurde das Projekt um weitere acht Monate bis zum 31. März 2020 verlängert. (...)
  • Im zweiten Verbundprojekt „Praxisgerechte Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzausschaltung in der ökologischen Ferkelerzeugung“ bestehend aus den Projektpartnern Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau und der Justus-Liebig-Universität Gießen werden auf insgesamt acht ökologisch wirtschaftenden Betrieben zwei Verfahren der chirurgischen Ferkelkastration (unter Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon] sowie Inhalationsnarkose [Isofluran]) evaluiert. Das Projekt wurde bis zum 31. Mai 2020 verlängert.(...)"

Detailierte Infos von Praxis Agrar zu jeder zugelassenen Methode. Broschüre oder Poster.

Betäubungslose Ferkelkastration - Hier eine Zusammenfassung der Tierschutzbeauftragten der Landesregierung Hessen